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24.11.2003, 11:12

Testamento - Kinostart 27.11.03



Dokumentarfilm - Deutschland 2003
93 Min. - Verleih: Neue Visionen
Start: 27.11.2003

Kurzinfo
Der 83-jährige Alfonso Bauer Paíz ist Sozialist, Rechtsanwalt und Freimaurer. Seit mehr als einem halben Jahrhundert kämpft er für soziale Gerechtigkeit und gegen die Ausbeutung durch Militärregime und verschiedene multinationale Konzerne in seinem Heimatland Guatemala und auf dem gesamten lateinamerikanischen Subkontinent. Sein mitunter bewaffneter Kampf machte ihn zum Weggefährten Che Guevaras und brachte in an die Brennpunkte der Revolutionen in Chile, Kuba und Nicaragua.
Ein halbes Dutzend Revolutionen und mehr als ein halbes Jahrhundert lateinamerikanischer Historie spiegeln sich in Paiz' Lebenserinnerungen und damit auch in Uli Stelzners und Thomas Walters spannendem Dokumentarfilm.

Kritik
Dokumentarisches Porträt des inzwischen 85-jährigen Alfonso Bauer Paíz, der in seiner Heimat Guatemala und in den Jahren im Exil als Anwalt, Abgeordneter, im Untergrund, als Rechtsberater, Hochschullehrer, Freimaurer und Opfer von Attentaten immer den aufrechten Gang des seine Überzeugungen und Ideale vertretenden Kämpfers ging. "Poncho" glaubt nach wie vor an "das große Projekt des Sozialismus" und an die Möglichkeit, "die Welt zu verändern", auch wenn gerade in Guatemala "die Demokratie noch nicht funktioniert."

Der erfolgreichste Dokumentarfilm Guatemalas, von deutschen Regisseuren als Projekt der auf Lateinamerika spezialisierten Mediengruppe ISKA realisiert, lässt Bauer Paíz, seine noch lebenden Kinder und Verwandten sowie Freunde und Weggefährten zu Worte kommen. Er geht streng chronologisch vor, so dass sich samt seltenem Archivmaterial eine Geschichte des Landes und der internationalen Verflechtungen ergibt, speziell in Teilen, die sich mit Bauer Paíz' Engagement gegen US-Konzerne und seine Jahre im Exil in Mexiko, Chile und Kuba befassen.
Über die politische Ebene hinaus wird deutlich, mit welchen Entbehrungen auf privater Seite Bauer Paíz' Arbeit verbunden war. Seine auf Pflichterfüllung gründende Lebenseinstellung -"zuerst die Politik, dann die Familie" - und die frühen Tode seiner Frauen und Töchter brachte der Familie des so ruhelosen wie "beständigen Menschen" Schmerzen, sie zahlte einen hohen Preis. Für alle an Lateinamerika Interessierte ein fesselndes Dokument. ger.

Crew
Regie : Uli Stelzner, Thomas Walther
Drehbuch : Uli Stelzner, Thomas Walther
Kamera : Thomas Walther
Schnitt : Uli Stelzner, Thomas Walther
Musik : Tito Medina, Paul Alvarado
Ton : Otto Gaytán Silva, Uli Stelzner

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