Premiere-Chef Georg Kofler hat sein Vorgehen beim Poker um die Bundesliga-Ãoebertragungsrechte verteidigt. Auch gibt er die Hoffnung nicht auf, das Turnier doch noch äbertragen zu können. «Wir arbeiten in Ruhe am neuen Plan A», sagte Kofler der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Kofler glaubt, die Zahl von 3,5 Millionen Premiere-Abonnenten halten, möglicherweise sogar steigern zu können: «Sollten wir zu neuen Kombinationen in Sachen Bundesliga kommen, könnten es natärlich auch wesentlich mehr werden. »
Kofler verteidigte seinen Ausstieg während des Bieterverfahrens. «Wir können doch nicht bei vergleichbarer Exklusivität 40 bis 50 Prozent mehr zahlen. Lieber keinen Deal als einen derart schlechten», sagte Kofler. Premiere war bei der Vergabe der Ãoebertragungslizenzen der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Mittwoch leer ausgegangen. Die Arena Sport Rechte und Marketing GmbH hatte den Zuschlag fär die Pay-TV-Rechte erhalten.
Die Premiere-Aktie brach daraufhin um mehr als 40 Prozent ein. Hinter Arena steckt die Kölner Unity Media, unter deren Dach die drei Kabelnetzbetreiber Iesy, Ish und Telecolumbus firmieren. Premiere will nun wegen der Verschmelzung zweier der Partner vor Gericht ziehen: Am Freitag habe Premiere vor dem Oberlandesgericht Dässeldorf Klage gegen die Fusion der Firmen Ish und Iesy zu Unity Media eingereicht, sagte Kofler der «Säddeutschen Zeitung».
Premiere hatte im Vergabekampf darauf gedrängt, dass eine zeitnahe Ausstrahlung von Spielberichten nur noch im Bezahlfernsehen möglich ist und ARD und ZDF erst am späten Samstagabend zum Zuge kommen. Die DFL lehnte dies ab.
Der «Säddeutschen Zeitung» sagte Kofler weiter, sein Sender habe mehr als 300 Millionen Euro fär die Rechte geboten. «Es gab Hinweise, dass wir die Rechte bekommen, wenn wir deutlich mehr bieten als andere.» Es habe die einmalige Chance zu einer größeren Exklusivität gegeben. «Es gibt keinen anderen Weg, mal fänf Millionen Abonnenten plus X zu erreichen», fägte er hinzu.
Branchen-Experten hatten darauf verwiesen, dass der Sender ohne die Bundesliga-Rechte ein Drittel seiner Kunden verlieren könne. Kofler wies dies zuräck. «Ich schätze, dass wir mit der Summe unserer Aktivitäten die Zahl unserer Abonnenten 2006 auf dem Niveau von 3,5 Millionen halten können», sagte er der der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». (nz)